Sa, 22. Feb 2025

Zum Basilisken

Schönlaterngasse 3 - 5, Wien 1010
Küche: Österreichische Küche, Wiener Küche
Lokaltyp: Restaurant

Bewertungen

am 23. Juli 2014
SpeisenAmbienteService
Mitten im Herzen der so schönen Wiener Innenstadt, unweit vom „Steffl“, befindet sich das alteingesessene Restaurant „Zum Basilisken“. Der Basilisk war ein sagenumwobenes Drachengeschöpf, eigentlich halb Kröte und halb Drache, der der Sage nach um 1212 hier in einem Brunnen lebte und durch sein G...Mehr anzeigenMitten im Herzen der so schönen Wiener Innenstadt, unweit vom „Steffl“, befindet sich das alteingesessene Restaurant „Zum Basilisken“. Der Basilisk war ein sagenumwobenes Drachengeschöpf, eigentlich halb Kröte und halb Drache, der der Sage nach um 1212 hier in einem Brunnen lebte und durch sein Gift viele Menschen tötete. Erst ein Bäckergeselle konnte dieses Untier töten, indem er dem Basilisken einen Spiegel vor die Nase hielt – vor lauter Schrecken über sein eigenes, hässliches Aussehen ist der Basilisk daraufhin zersprungen. Eine Darstellung des überlieferten Geschehens wird in einer Nische außen am Lokal, hinter Glas, dem Betrachter nähergebracht.

Die „Schönlaterngasse“ im ersten Bezirk heißt erst seit etwa 1770 so, wegen der an diesem Ort fest befestigten Laterne („Bei der schönen Latern“) - das Original befindet sich heute im Historischen Museum der Stadt Wien. Zuvor hieß dieses romantische Gasserl „Heiligenkreuzerstraße“ und der „Heiligenkreuzer Hof“ nebenan zeugt noch davon. Hier lebte und starb übrigens einer der größten Wiener Originale, der „Herr Karl“ schlechthin, Helmut „Quasi“ Qualtinger. Eine Gedenktafel wurde ihm zu Ehren im Heiligenkreuzer Hof angebracht.

Die Lage des Lokals also ist wunderschön, urtümlich, und man meint Teil einer historischen Szenerie aus dem alten Wien zu sein. Vor dem Lokal gibt es einen kleinen Gastgarten, einen Schanigarten, fast schon mitten auf der Straße, die aber sehr wenig befahren wird. Daher ist auch der Schanigarten sehr gemütlich und angenehm ruhig. Das „Zum Basilisken“ erstreckt sich über zwei wunderschöne alte Häuser, eines davon, wie früher in Wien üblich, lediglich einstöckig – ein klassisches Gründerzeithaus. Alte Fensterläden, Tische mit Stoff eingedeckt, Sessel und Tische, ob des Kopfsteinpflasters, etwas wackelig, aber richtiggehend „ur-gemütlich“, was der schöne Blumenschmuck außen am Gebäude auch noch unterstreicht – so präsentiert sich das Lokaläußere des „Zum Basilisken“.

Aber auch im Lokal meint man fast Besucher eines Museums zu sein. Ein tolles Spitz-Gewölbe, rustikal, teilweise fast barock, Spuren vom Jugendstil und teilweise sehr herrschaftlich, kaiserlich ist das Restaurant eingerichtet. Ein schier unendlich großes Sammelsurium an originellen Bildern und Gegenständen, wie zum Beispiel ein altes Klingelbrett, ein alter Türklopfer, eine mächtige, massive Holz-Anrichte und, und, und…wirklich wunderschön, wenn auch überladen, aber nicht kitschig – uns gefiel es ungemein.

Wir wurden von der Servicedame nett empfangen, und flugs wurden uns die Speisekarten gereicht. Die Küche im „Zum Basilisken“ ist natürlich besonders auf die klassische Wiener Küche ausgerichtet, mit all den Köstlichkeiten wie Zwiebelrostbraten, Tafelspitz, Wiener Schnitzel und Co. Zahlreiche Angebotstafeln weisen zusätzlich auf jeweilige Angebote hin, wobei „Rindgulasch“ und „Weiswein“, in großen Lettern genau so angepriesen, schon „weh“ tun. Ja, die Preise sind für ein Restaurant ohne Hauben und Auszeichnungen, selbst für diese Lage, hart an der Schmerzgrenze.

Zu trinken hatten wir ein „Schlossgold Alkoholfrei“ (EUR 4,50/0,5l) sowie zwei „Eistee mit Leitungswasser“ (EUR 3,30/0,5l) – tadellos, keine Beanstandung.

Das Gedeck zu EUR 2,60 bestehend aus dem Gedeckpreis (EUR 0,60), einem Stück handelsüblicher Butter (EUR 0,90), einer Semmel (EUR 1,10) und einem Haar am Butterteller (gratis) war recht keck. Eigentlich eine absolute Frechheit hierfür auch noch EUR 2,60 zu verrechnen.

Einmal die „Frittatensuppe“ (EUR 4,90) – die Suppe war brav und ordentlich gefertigt, die Frittaten sehr gut und hausgemacht. Leider aber war die Suppe mit viel zu viel Pfeffer gewürzt, sodass sie der besten Tochter von allen eindeutig zu scharf war – ein MÄSSIGER Genuss.

Für mich gab es ein „Original Wiener Schnitzel mit Bratkartoffeln“ (EUR 18,50) – natürlich vom Kalb, gut paniert, die Panier schön souffliert und tatsächlich in der Pfanne gebacken. Warum man das Schnitzel nicht ordentlich abtropfen ließ, weiß ich nicht, es war optisch schon sehr fettig und am Teller sammelte sich dann auch noch einiges Fett an. Die Bratkartoffel hatte man einfach in der Pfanne mitfrittiert, sodass es keine Braterdäpfel, sondern frittierte Erdäpfel waren – in jedem „gewöhnlichen“ Gasthaus, wäre es mir egal, aber nicht hier und nicht zu diesem Preis. Ebenfalls nur MÄSSIG, das Kalbfleisch war überdies nicht zarter als übliches Schweinefleisch.

Da kein Schnitzel nach „Wiener Art“, also vom Schwein, angeboten wird, entschied sich die beste Tochter von allen, die Kalb nicht mag, für den „Kaiserschmarren mit Zwetschkenröster“ (EUR 9,50) – oberflächlich betrachtet sah er recht appetitlich aus und roch auf wunderbar nach Butter – so sollte es sein. Bei näherer Betrachtung erkannte man aber fatale Fauxpas. Annähernd jedes Stück des Kaiserschmarrens war unten verbrannt - der Koch drapierte den Schmarren lediglich recht gut und versteckte sein Missgeschick einfach unter der dicken Zuckerhaube. Darüber hinaus wurde der Kaiserschmarren nicht, wie es sein muss, zerrissen sondern in Würfel geschnitten. Das hatte also mit einem „Original Wiener Kaiserschmarren“ nicht mehr viel zu tun. Der Zwetschkenröster war gut, aber in Summe war auch das eine MÄSSIGE Vorstellung.

In Summe kann es daher für die Speisen nur ein MÄSSIG geben und ich fragte mich, was bloß aus einem so in Wien verankerten, alteingesessenen Restaurant geworden ist. Ich mag das Wort „Touristenfalle“ eigentlich gar nicht in den Mund nehmen, da ja auch die Touristen Geschmacksnerven haben und wissen, ob etwas gut schmeckt – auf der berühmten „Nudelsuppe“ schwimmen die Touristen nicht nach Wien. Was für mich persönlich viel schlimmer wiegt, ist die Tatsache, dass den Touristen vermittelt wird, das hier Gebotene wäre die gute „Wiener Küche“ oder gar, dass es im Original so schmecken müsse.

Für den Service kann ich leider auch nur ein MÄSSIG geben. Man war zwar stets höflich, aber im Prinzip nie am Gast. Die Suppenbestellung wurde schlichtweg vergessen, und somit wurden zuerst die Hauptspeisen serviert – wir waren zu diesem Zeitpunkt übrigens die einzigen Esser im Lokal. Für die Getränkenachbestellung musste ich erst die Servicekraft im Lokal suchen.

Dem Ambiente gebe ich ein glattes AUSGEZEICHNET – ein wunderschönes Lokal, ein sehr stimmiger Wiener Schanigarten – einfach gemütlich und sehr erholsam. Die sauberen, gepflegten und sehr mondänen Sanitäranlagen ergänzen das für uns tolle Ambiente.

Fazit: ich kann leider absolut keine Empfehlung für das Restaurant „Zum Basilisken“ geben. Das Lokal ist zum Verlieben, aber bei einer Küche, die bei Basics scheitert, sollte man sich ehest etwas überlegen. So ein Bild sollte man von der so guten „Wiener Küche“ nicht vermitteln. Die Preise sind sehr gehoben und für das Gebotene nicht gerechtfertigt – ein absolut schlechtes Preis-/Leistungsverhältnis. Man hat auch keine eigene Internetseite, was jedoch nach unserem Besuch sowieso keine Rolle mehr spielt. Leider waren wir sehr enttäuscht – sehr, sehr schade um dieses Lokal.
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