Hab heute in einer Tageszeitung gelesen, dass es seitens der Wirte die Bestrebung gibt gegen das Fotografieren und anschl. veröffentlichen von servierten Gerichten, wie z.B. auf dieser HP, vorzugehen bzw. es dem Gast zu verbieten. Wer hat da schon Erfahrung gemacht?
Warum sollte ein Wirt etwas dagegen haben, wenn hier in Wort und Bild über seine Angebote berichtet wird? Er hat schließlich den ökonomischen Nutzen davon, keine Kosten und keinen Aufwand.
fred combus:
„Der Küchenchef hat kein Urheberrecht an den angerichteten Speisen, der Restaurantbesitzer kann sich aber sehr wohl auf sein Hausrecht berufen und renitente Gäste im Zweifel auch rauswerfen …“, meint Legal Tribune ONLINE am 03.08.2013.
Ich habe da noch keine negative Erfahrung gemacht (aber ich fotografiere auch nicht auffällig – und immer ohne Blitz!); aber wenn ich Probleme bekäme, würde ich mich mit schlechten Kritiken rächen: also mit Argusaugen nach Mängeln suchen.
küchenmeister:
Du triffst den Nagel auf den Kopf, wenn Du meinst: „…Er hat schließlich den önonomischen Nutzen davon und keinen Aufwand.“ Also Werbung zu Nullkosten.
Zufällig habe ich die Review „aldebarans“ zur „Pflanzl-Hütte gelesen und das Update dazu.
Er schreibt, dass es nach Veröffentlichung seiner Rezension dort zu einer wahren Gästeinvasion gekommen wäre: zwei Autobusse hätten über siebzig Gäste angeschleppt.
Die waren nicht zufällig dort: die sind extra dorthin gefahren, weil dort gut, ausgiebig und preiswert zu essen ist. Die im Restaurant-Tester eingestellten Fotos haben da sicher – mit der positiven Bewertung - einen Großteil dazu beigetragen
bluesky73
Recht so! Du nimmst es mit Humor. Nur würde ich es umgekehrt formulieren. In einem solchen Fall liegt die Störung nicht beim Gast, sondern beim Wirt: man nennt das ein „paranoides Syndrom“! Und nachdem erwiesen ist (Alain Ehrenberg, Soziologe), dass etwa 80% der Bevölkerung einen mehr oder weniger starken psychischen Defekt hat, warum sollten da gerade die Wirte eine Ausnahme machen!?
danke allen für die Kommentare!
Bzgl. Busgästeansturm nach Review, habe ich den Einwand, dass Busse prinzipiell dort haltmachen, wo Chaffeur/Reiseleiter "geschmiert" werden und natürlich gratis verköstigt werden. aldebarans schreibt tolle Berichte, aber da überschätzt er offenbar die Bedeutung dieser HP.
Ich respektiere meinen Gastgeber insofern, als dass möglichst niemand davon Notiz nimmt, dass ich fotografiere.
Mir wäre das obendrein viel zu aufwändig, jeden Winkel des Lokales minutiös abzufotografieren. Ich bin zwar hier "Tester", aber in erster Linie gehe ich mal wegen der Freude am Genuss essen.
Ich sehe es so wie amarone.
Ein Fotografieren der Speisen darf aber natürlich keinesfalls zu einer Störung für die anderen Gäste werden.
Würde mir ein Wirt ein in "aller Stille" gemachtes Foto verbieten, wäre das der letzte Besuch in diesem Lokal gewesen.
Es gibt ein paar wenige "Starköche", die sich furchtbar darüber aufregen. Nur - warum? Im letzten "À la carte" war ein Artikel darüber. Allein schon das ausgefallene Anrichten der Speisen regt zu Erinnerungsfotos an.
Wenn die Köche das Essen als wohlgehütetes Geheimnis für sich behalten wollen, dann sollten sie kein Lokal aufsperren.
Konstantin Filippou ist selbst überall beim Essengehen mit Kamera bewaffnet. Na logo, wieso auch nicht! Wie will auch ein Koch, der erfolgreich sein will, seine Speisen "verstecken". Das wäre ja paradox.
Oh, das passt doch wunderbar zum Thema:
Link
Weit hot's obaschneit ... demnächst werden unsere Rechner von der Exekutive konfisziert und wir lebenslänglich in eine Anstalt für Essgestörte eingewiesen!
Für die einen ist es die günstigste Reklame der Welt, für die anderen Beweisfotos eines kulinarischen Verbrechens.
Warum sich manche *Starrköche* dann über Speisenfotos aufregen kann sich jeder selbst erkären.