Pöschl (Wien) Bewertung
Wienerisch sollte es sein, im ersten Bezirk und natürlich gut. Das war die Anforderung an das Lokal und herausgekommen ist bei der Suche nach diesen Kriterien das Gasthaus Pöschl in der Weihburggasse, Ecke Franziskanerplatz.
Bis vor einigen Jahren hieß das Lokal „Immervoll“ und der Name würde auch heute noch gut passen. Voll wie die U-Bahn in der Stoßzeit ist das Gasthaus bei unserem Besuch an einem Montagabend um 19 Uhr. Es ist allerdings auch nicht gerade groß, nur ein einziges Gastzimmer mit einer fast schon raumfüllenden Theke in der Mitte und vielleicht 15, 20 kleinen Tischchen, an denen man sich mehr oder weniger gemütlich zum Essen niederlassen kann. In meinem Fall eher weniger gemütlich, dem Missverhältnis zwischen meiner Körpergröße (193 cm) und den Kaffeehaustischchen (geschätzt 40 x 60 cm) geschuldet, die dicht an dicht stehen und an einem von denen wir zu dritt essen wollen. Da muss man schon sehr sorgfältig mit dem Ellbogen sein, wenn die Gläser am Tisch und die Gäste an den Nachbartischen ungerempelt bleiben sollen.
Rund um uns sitzen ausschließlich Touristen, die sich mehrheitlich das Wiener Schnitzel schmecken lassen. Der Pöschl muss wohl den Weg in einen ganze Menge Reiseführer und internationale Restaurantportale gefunden haben.
Die Speisekarte bietet klassisch-wienerisches wie Schnitzel, Tafelspitz, Backhendl und Vanillerostbraten, einfach-bodenständiges wie gefüllte Paprika, Reisfleisch, Gulasch und Linsengemüse und hier schon fast deplatziert wirkende internationale Schmankerln wie Beef Tartar, Matjesfilet und Rucola-Avocadosalat. Der Mohr im Hemd wird vordergründig politisch korrekt in „Othello im Hemd“ umgetauft, hintergründig wird Schauspieler und Wirt Hanno Pöschl bei dieser Namensgebung nach Shakespeares heißblütigem Mohren, der in wahnhafter Eifersucht erst seine Frau und dann sich selber umbringt, wohl der eine oder andere Lacher ausgekommen sein.
Aber nun zum Wichtigsten – dem Essen und Trinken. An Bieren gibt es Ottakringer und Starobrno, die Weinauswahl ist österreichisch, umfangreich und qualitativ hochwertig. Ein Gelber Muskateller und eine Zweigelt-Cabernet-Cuvee, die wir glasweise bestellen, finden unsere ungeteilte Zustimmung.
Die Rindsuppe ist kräftig, das Griesnockerl flaumig, die Frittaten selbstgemacht, aber schon ein wenig zu lang getrocknet, um sich eine Haube zu verdienen. Das Carpaccio schneidet man hier vom Tafelspitz, es mundet mindestens so gut wie anderswo das Filet, was für eine exzellente Rindfleischquelle spricht.
Anschließend gebackene Hühnerleber: tadellos, sehr fein der dazu gereichte Erdäpfel-Vogerlsalat. Außerdem geröstete Kalbsleber mit Erdäpfelpüree: butterweich, saftig, eine echte Köstlichkeit.
Zum Abschluss ein Othello – schmeckt wie sein unkorrekter Namensvetter.
Die Preise sind der Qualität und der Lage angepasst, € 98,- für das Abendessen zu dritt stehen auf unserer Rechnung, das ist völlig in Ordnung. Ein wenig seltsam mutet an, dass man keine Kreditkarten akzeptiert.
Fazit: Sympathisches, wenn auch ein wenig enges Gasthaus in der Innenstadt mit sehr guter Wiener Küche.
Bis vor einigen Jahren hieß das Lokal „Immervoll“ und der Name würde auch heute noch gut passen. Voll wie die U-Bahn in der Stoßzeit ist das Gasthaus bei unserem Besuch an einem Montagabend um 19 Uhr. Es ist allerdings auch nicht gerade groß, nur ein einziges Gastzimmer mit einer fast schon raumfüllenden Theke in der Mitte und vielleicht 15, 20 kleinen Tischchen, an denen man sich mehr oder weniger gemütlich zum Essen niederlassen kann. In meinem Fall eher weniger gemütlich, dem Missverhältnis zwischen meiner Körpergröße (193 cm) und den Kaffeehaustischchen (geschätzt 40 x 60 cm) geschuldet, die dicht an dicht stehen und an einem von denen wir zu dritt essen wollen. Da muss man schon sehr sorgfältig mit dem Ellbogen sein, wenn die Gläser am Tisch und die Gäste an den Nachbartischen ungerempelt bleiben sollen.
Rund um uns sitzen ausschließlich Touristen, die sich mehrheitlich das Wiener Schnitzel schmecken lassen. Der Pöschl muss wohl den Weg in einen ganze Menge Reiseführer und internationale Restaurantportale gefunden haben.
Die Speisekarte bietet klassisch-wienerisches wie Schnitzel, Tafelspitz, Backhendl und Vanillerostbraten, einfach-bodenständiges wie gefüllte Paprika, Reisfleisch, Gulasch und Linsengemüse und hier schon fast deplatziert wirkende internationale Schmankerln wie Beef Tartar, Matjesfilet und Rucola-Avocadosalat. Der Mohr im Hemd wird vordergründig politisch korrekt in „Othello im Hemd“ umgetauft, hintergründig wird Schauspieler und Wirt Hanno Pöschl bei dieser Namensgebung nach Shakespeares heißblütigem Mohren, der in wahnhafter Eifersucht erst seine Frau und dann sich selber umbringt, wohl der eine oder andere Lacher ausgekommen sein.
Aber nun zum Wichtigsten – dem Essen und Trinken. An Bieren gibt es Ottakringer und Starobrno, die Weinauswahl ist österreichisch, umfangreich und qualitativ hochwertig. Ein Gelber Muskateller und eine Zweigelt-Cabernet-Cuvee, die wir glasweise bestellen, finden unsere ungeteilte Zustimmung.
Die Rindsuppe ist kräftig, das Griesnockerl flaumig, die Frittaten selbstgemacht, aber schon ein wenig zu lang getrocknet, um sich eine Haube zu verdienen. Das Carpaccio schneidet man hier vom Tafelspitz, es mundet mindestens so gut wie anderswo das Filet, was für eine exzellente Rindfleischquelle spricht.
Anschließend gebackene Hühnerleber: tadellos, sehr fein der dazu gereichte Erdäpfel-Vogerlsalat. Außerdem geröstete Kalbsleber mit Erdäpfelpüree: butterweich, saftig, eine echte Köstlichkeit.
Zum Abschluss ein Othello – schmeckt wie sein unkorrekter Namensvetter.
Die Preise sind der Qualität und der Lage angepasst, € 98,- für das Abendessen zu dritt stehen auf unserer Rechnung, das ist völlig in Ordnung. Ein wenig seltsam mutet an, dass man keine Kreditkarten akzeptiert.
Fazit: Sympathisches, wenn auch ein wenig enges Gasthaus in der Innenstadt mit sehr guter Wiener Küche.
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